3 Fragen an die Bürgermeisterkandidatin

Wie werden Sie dem derzeitigen und zukünftigem Problem des Fachkräftemangels in unserer Stadt entgegenwirken?

Fachkräftemangel ist ein Problem, dass viele Städte und Gemeinden trifft. Oerlinghausen als Stadt allein kann hier vor allem durch attraktive Standortgestaltung helfen. Dazu gehören:

  • gute Mobilität zu Fuß, mit dem Rad und mit Bus und Bahn 
  • Kitas und Schulen in der Nähe, 
  • guter Nahversorgung mit Supermärkten, Apotheken und Arztpraxen, 
  • kulturelle und sportliche Vielfalt

Zusammen mit den anderen kleineren Städte und Gemeinden im Umkreis kann auch über die Gestaltung einer Ausbildungsmesse nachgedacht werden, auf denen sich die Unternehmen der Region möglichen Auszubildenden vorstellen kann.

Wie kann die Verkehrswende hin zu einer Stärkung des Umweltverbundes umgesetzt werden?

Der Begriff Umweltverbund umfasst Fußgänger:innen, Radfahrer:innen sowie den öffentlichen Nahverkehr, also Bus und Bahn. Verbesserungen fangen hier bei vielen kleinen Maßnahmen an, z.B. Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an allen zentralen Punkten und klar gekennzeichnete Fahrtwege für Fahrradfahrer:innen. Diese Maßnahmen sind oft kostengünstig und lassen sich hier vor Ort schnell umsetzen. 

Auf Buslinien haben wir als Stadt über die Stadtwerke Einfluss und müssen bei überörtlichen Linien mit moBiel und der Kreisverkehrsgesellschaft verhandeln. Dass unsere Anbindung an Detmold, Lemgo, Paderborn, Gütersloh und Bielefeld für Pendler:innen freundlich wird, dafür setze ich mich ein!

Ein Baustein zu besserem öffentlichen Nahverkehr kann auch Digitalisierung ein. Die Vorhersage von Fahrgastzahlen tage- und stundengenau mittels Big Data erlaubt oft eine Kosteneinsparung bei gleichzeitiger Anpassung an den eigentlichen Bedarf.

An den Bushaltestellen brauchen wir Sitzmöglichkeiten – besser früher als später. Hier sollten Lösungen gefunden werden, die jetzt schnell zu installieren sind und sich in langfristige Neuplanung von Bushaltestellen einfügen.

Langfristig hilft uns bei der Verkehrswende nur innovativ zu denken und von anderen zu lernen. Ein Beispiel: In München soll auf einer ansonsten schwer zugänglichen Straße eine Seilbahn entstehen. Seilbahnen haben den großen Vorteil, dass sie günstig im Bau und im Unterhalt sind und die Taktung sehr leicht angepasst werden kann (durch mehr oder weniger Gondeln). Da Seilbahnen (außer an den wenigen Masten) im Betrieb sehr leise sind, ist oft auch ein Betrieb bis in die späten Nachtstunden möglich. 

Welche Rolle spielt Bürger:innenbeteiligung bei der Umsetzung der Verkehrswende?

Wir als Grüne setzen uns nicht nur nachhaltige, sondern auch menschengerechte Mobilität als Ziel. Mobilität kann nur dann menschengerecht sein, wenn sie mit den Menschen geplant wurde, die sie nutzen sollen. Deshalb ist Bürger:innenbeteiligung auch bei der Planung der Verkehrswende zentral! Methodisch bieten sich hier aus meiner Sicht erst einmal Befragungen (offline und digital), offene Sprechstunden mit dem thematischen Schwerpunkt Mobilität und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessensverbänden an.